Meine gelesenen Bücher im Februar
Dieser Rückblick kommt etwas verspätet.
Der Februar ist irgendwie einfach passiert – ohne großen Plan, ohne bewusstes Innehalten. Und trotzdem war er da. Mit Momenten, die gut getan haben. Und mit diesen Büchern.
Vier Stück waren es in diesem Monat. Ganz unterschiedlich.
Und genau das mag ich inzwischen am Lesen wieder so sehr: dass ich mich einfach treiben lassen kann. Mal brauche ich etwas fürs Herz, mal etwas zum Nachdenken, mal einfach nur eine Geschichte, in die ich kurz verschwinden kann.
Und eines dieser Bücher lag tatsächlich schon über ein Jahr hier.
Let Them – Mel Robbins *
Dieses Buch ist irgendwie anders. Kein Roman, keine klassische Geschichte – eher ein Gedanke, der sich durchzieht. „Let them.“ Lass sie reden. Lass sie denken. Lass sie machen. Und gleichzeitig: „Let me.“ Also: Lass mich.
Diese Kernaussage zieht sich durch das ganze Buch – und ist seitdem ein Satz, der mir fast täglich durch den Kopf geht. Beim Lesen habe ich gemerkt, wie oft man sich im Alltag von Dingen beeinflussen lässt, die eigentlich gar nichts mit einem selbst zu tun haben. Erwartungen. Meinungen. Bewertungen. Zum Beispiel in diesen kleinen Situationen:
Wenn jemand nicht zurückgrüßt. Und sofort springt das Gedankenkarussell an – Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht? Vielleicht nichts. Let them. Vielleicht ist die Person einfach in Gedanken. Vielleicht ist es bewusst. Beides hat am Ende nichts mit mir zu tun.
Aber auch bei größeren Dingen im Außen, bei Veränderungen, die mich betreffen oder stören: Muss ich alles ausdiskutieren? Oder darf ich auch einfach sagen: Let them. Dann passt es vielleicht einfach nicht (mehr) zu mir. Und gleichzeitig: Let me. Ich gehe meinen eigenen Weg. Es ist kein Buch, das man einfach durchliest. Eher eines, das man immer wieder zur Hand nimmt. Mit Sätzen, die hängen bleiben – und genau im richtigen Moment wieder auftauchen.
Und wer weiß … Sollte ich mich einmal tätowieren lassen, dann vielleicht genau mit diesen zwei Worten - als "Mahnmal". Viele haben es schon getan - mit Fotos im Buch.
Es würde es zu den Dingen passen, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal machen möchte.
Ich überlege noch :-)
Dieses Buch … lag wirklich über ein Jahr hier. Irgendwann mal auf Instagram empfohlen bekommen, gekauft – und dann immer wieder zur Seite gelegt. Ich glaube, ganz ehrlich: Die Cover vom Diogenes Verlag sprechen mich oft nicht sofort an. Sie sind so ruhig, so zurückhaltend. Und vielleicht habe ich deshalb immer gedacht: „Ach, irgendwann.“
Total schade. Denn die Geschichte hat mich wirklich überrascht. Es geht um Hannes. Still, sensibel, ein bisschen anders. Und um Polina. Und um das, was zwischen zwei Menschen entstehen kann – ohne dass es laut wird. Musik spielt eine große Rolle. Gefühle, die nicht immer ausgesprochen werden. Und dieses leise Begleiten durchs Leben, selbst wenn Wege sich trennen. Und dann gibt es diesen einen Moment. Auch beim Lesen bekam ich Gänsehaut: Die Melodie, die sich ihren Weg durch die Welt sucht. Die Verbindung zwischen den beiden. Ob es ein Happy End gibt? Das verrate ich nicht.
Kein Buch mit großen Wendungen. Aber eines, das sich ganz ruhig entfaltet. Und plötzlich da ist. Und bleibt. Also auch hier ganz klare Leseempfehlung!
Das Mohnblütenjahr – Corina Bomann *
Dieses Buch war für mich so ein bisschen: einfach lesen und mitgehen.
Eine Geschichte über Familie, Vergangenheit und die Frage nach unseren Wurzeln und wo wir eigentlich hingehören. Über Dinge, die lange verborgen bleiben – und irgendwann doch ans Licht kommen. Und darüber, was uns prägt.
Gleichzeitig ist die Geschichte eingebettet in einen historischen Hintergrund: die Zeit, in der sich Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg langsam wieder annähern.
Ich mag diese Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit. Dieses langsame Entdecken. Dieses Gefühl, dass sich nach und nach alles zusammensetzt. Und ich mag es, wenn Geschichten eingebettet sind in die tatsächlichen Umstände der damaligen Zeit. Quasi immer mit kleinem Lern- und "Versteh"-Effekt.
Das Mohnblütenjahr ist ein Buch, das sich sehr gut lesen lässt und mich schnell in seine Geschichte hineingezogen hat.
Tausend Lichter über der Seine – Nicolas Barreau *
Und dann: Paris.
Ich glaube, Nicolas Barreau schafft es einfach immer wieder, dass man beim Lesen ein bisschen weg ist. In Gedanken durch Straßen läuft, Lichter sieht, Cafés spürt. Auch dieses Buch ist leicht. Romantisch. Ein bisschen verträumt. Keine schwere Kost – aber genau das Richtige, wenn man einfach mal abschalten will. Und vielleicht ein bisschen Sehnsucht zulassen möchte.
Genau dafür liebe ich seine Bücher. Und ich lese sie auch weiter – obwohl ich nach meinem letzten Monatsrückblick kurz ein kleines Aha-Erlebnis hatte. Mir schrieb jemand, dass Nicolas Barreau ein Pseudonym ist. Und dass eigentlich eine Autorin aus Köln dahintersteckt.
Ich war ehrlich gesagt ein bisschen überrascht. Denn die Paris-Beschreibungen sind so detailreich, dass ich immer dachte: Die Person muss dort leben. Was aber auf jeden Fall bleibt: dieses Gefühl. Diese Lust, wieder hinzufahren. Die Sehnsucht wächst tatsächlich von Buch zu Buch. Denn ich war nur einmal sehr kurz da - damals mit noch 17 Jahren.
Mein Gefühl zu diesem Lese-Monat
Was mir dieser Monat gezeigt hat:
Lesen muss nicht perfekt geplant sein.
Kein großes Vorhaben. Kein „Jetzt nehme ich mir bewusst Zeit“.
Manchmal passiert es einfach.
Und manchmal greift man zu einem Buch, das schon ein Jahr wartet – und fragt sich am Ende, warum eigentlich so lange.
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