Oder: manchmal sind es einfach weniger – aber genau die richtigen
Im März waren es tatsächlich nur zwei Bücher. Ich habe zwischendurch schon überlegt, ob ich vielleicht eines vergessen habe. Aber nein – das waren wirklich alle. Und weißt du was? Es fühlt sich überhaupt nicht nach „zu wenig“ an. Denn manchmal sind es nicht die vielen Bücher, sondern die richtigen, die einen begleiten. Und eines davon habe ich nicht nur gelesen – ich habe es verschlungen.
"Alt genug" von Ildiko von Kürthy * ist noch ganz frisch erschienen – und ich habe es direkt gekauft. Ohne lange zu überlegen. Und genauso schnell habe ich es gelesen. Oder besser gesagt: verschlungen. Eigentlich hätte ich danach eine Genickstarre haben müssen. Denn ich habe beim Lesen so oft genickt. Dieses Ja. Genau so fühlt es sich an. Da sieht mich jemand – ohne mich zu kennen? Wow.
Und gleichzeitig wurde mir beim Lesen auch etwas ganz bewusst: Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Von außen sieht oft alles so leicht aus. So stimmig. So „richtig“. Und doch gibt es so viele Dinge, die wir nicht sehen. Zweifel, Ängste, Gedanken, die im Verborgenen bleiben. Ildikó von Kürthy schreibt genau darüber. Unbeschönt. Offen. Ehrlich. Und manchmal auch sehr verletzlich. Und genau das schafft diese unglaubliche Nähe. Dieses Gefühl von: Ich bin nicht allein damit.
Was ich besonders schön finde: Mit diesem Buch tut Älterwerden überhaupt nicht weh.
Es wird anders. Aber anders schön. Vielleicht hat es mich genau deshalb so berührt. Weil so viele Gedanken, so viele Gefühle einfach vertraut sind. Weil ich mich an vielen Stellen wiedergefunden habe.
Dieses Buch ist keine klassische Geschichte. Es ist eher ein Begleiter. Ein Spiegel. Und manchmal auch ein kleines Innehalten. Oder wie sie es selbst beschreibt: Alt genug für unbequeme Wahrheiten. Und gleichzeitig frei wie nie.
Nach diesem eher biografischen Buch war mir wieder nach einem Roman. Und ich griff – wie auch schon im Januar und Februar – erneut zu Nicolas Barreau. Ob ich daraus jetzt eine kleine Serie mache? Sagen wir es mal so: Es gibt noch einige seiner Bücher, die ich noch nicht kenne.
„Die Freundin der Braut“ * passte einfach perfekt in meinen März. Ein paar Tage war ich allein zu Hause – und habe tatsächlich mehr Zeit in Büchern verbracht als vor dem Fernseher.
Und genau für solche Momente sind diese Geschichten gemacht. Nicolas Barreau steht für Frankreich. Für Atmosphäre. Für dieses leichte Gefühl von einfach mal weg sein.
In diesem Roman verlässt der Protagonist Paris und reist zu einer Hochzeit in den Süden Frankreichs.
Ganz ehrlich: Meine Frankreich-Reisepläne haben sich beim Lesen still und heimlich erweitert.
Ein Château steht jetzt definitiv mit auf der Liste. Die Geschichte beginnt mit einer Einladung, die alles ins Rollen bringt. Jean-Pierre wird überraschend zur Hochzeit seines ehemaligen besten Freundes eingeladen. Doch schon die Anreise läuft alles andere als glatt.
Und dann passiert das, was diese Geschichte so besonders mach. Aber das spoilere ich jetzt nicht. Beim Lesen habe ich gedacht "kann es wirklich sein"? Mehr verrate ich nicht...
Dort begegnet er Juliette – spontan, direkt, ein bisschen unberechenbar. Und genau aus dieser zufälligen Begegnung entsteht etwas Neues. Eine Geschichte über Umwege. Über Zufälle, die vielleicht gar keine sind. Und darüber, dass manchmal genau das Richtige passiert – nur ganz anders als geplant.
Ein leichtes, warmes Buch mit genau der richtigen Portion Romantik. Perfekt für Tage, an denen man einfach abtauchen möchte. Und für Momente, in denen man merkt, wie gut einem genau das tut.
Mein Gefühl zu diesem Lese-Monat
Zwei Bücher. Nicht viele – und doch genau die richtigen. Beide auf ihre ganz eigene Art besonders. Das eine tief, ehrlich und nah. Das andere leicht, warm und ein bisschen wie ein Kurzurlaub. Manchmal brauchen wir Geschichten, die uns spiegeln. Und manchmal solche, die uns einfach mitnehmen. Der März konnte beides.
Manchmal brauchen wir nicht viele,, sondern halt nur die richtigen Bücher zur richtigen Zeit.
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